Ein frühes Zahlungsangebot kann eine Lösung eröffnen, aber auch weitreichende Abgeltungsklauseln enthalten. Die angebotene Summe ist nur ein Teil der rechtlichen Bewertung.
Was der Anwalt prüft
Der Anwalt prüft, welche vergangenen und zukünftigen Schäden der Text erfassen soll. Bei unsicherer Prognose werden mögliche Vorbehalte und Alternativen untersucht. Auch die Verteilung von Kosten, Zahlungsbedingungen und die Auswirkungen auf andere Anspruchsinhaber gehören zur Prüfung.
- Abgeltungsumfang lesen
- Zukunftsschäden erfassen
- Kosten- und Zahlungsregelungen prüfen
Diese Unterlagen helfen
- Vollständiges Angebot
- Aktuelle Prognoseberichte
- Bisherige Schadensaufstellung
Die Unterlagen sollten lesbar und zeitlich geordnet sein. Fehlende Dokumente und unsichere Erinnerungen bleiben ausdrücklich erkennbar. Für eine erste Kontaktaufnahme genügt eine knappe Beschreibung des Anliegens; die Übermittlung sensibler Akten wird anschließend abgestimmt.
Welches Ergebnis die Prüfung bringen kann
Die Beratung stellt Annahme, Nachverhandlung und weitere Aufklärung gegenüber. Entscheidend ist, welche Rechte mit der Erklärung tatsächlich aufgegeben würden.
Wichtig: Kein Angebot allein wegen einer kurzen selbst gesetzten Annahmefrist unterschreiben.
Rechtlicher Rahmen
Ein Arzthaftungsanspruch setzt mehr voraus als einen ungünstigen Verlauf. Vertragliche Ansprüche sind insbesondere anhand von §§ 280, 630a BGB zu prüfen; daneben können deliktische Ansprüche nach § 823 BGB bestehen. Pflichtverletzung, Schaden und Ursachenzusammenhang werden getrennt untersucht. Für einzelne Beweisfragen enthält § 630h BGB besondere Regeln. Vor einer Vertretung klärt die Kanzlei Auftrag, Interessenkollisionen und Kosten. Die erste Sichtung kann deshalb zu einer gezielten Aktenanforderung führen, ohne dass bereits eine abschließende Haftungsbewertung möglich ist.